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Ein klassischer Themengarten, der in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten ist, ist der praktische Heidegarten: Völlig zu Unrecht, denn wird er gekonnt angelegt, besitzt er eine ganz besondere Atmosphäre, strahlt viel Ruhe aus und ist relativ pflegeleicht.

Vorbild sind die Heidelandschaften in Norddeutschland. Die dort vertretende Pflanzengemeinschaft bestimmt das Bild des Heidegartens.

Heidegarten: Blütenfülle fast das ganze Jahr

Was viele nicht wissen: Durch geschickte Pflanzenauswahl und Kombination lässt sich ein Heidegarten so gestalten, dass er fast das ganze Jahr über die typische Blütenfülle zeigt.

Vom Sommer bis zum Herbst blüht auf einer richtig angelegten Fläche beispielsweise die Sommerheide [Calluna vulgaris] in den unterschiedlichsten Farbtönen, von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Violett.

Auch verschiedene andere Arten wie die Grauheide [Erica cinerea] und die Glockenheide [Erica tetralix] bringen nun Farbe und Abwechslung ins Gelände.

In der kalten Jahreszeit bis hin zum Frühjahr bildet dann die Winter- oder Schneeheide [Erica carnea] dichte, weithin sichtbare, bunte Blütenteppiche.

Heidegarten [GTD Foto]
Heidegarten [GTD Foto]

Hier sind es aber nicht nur die Blütenfarben, die den Reiz der Pflanzen ausmachen, es gibt auch Sorten mit gelbem, silberfarbenem oder sich im Winter bronzeverfärbendem Laub.

Am wirkungsvollsten ist ein Heidegarten in der Regel dann, wenn man sich auf wenige Sorten beschränkt und diese in größere Gruppen gepflanzt werden.

Heidepflanzen benötigen einen hellen, sonnigen Standort, und der Boden sollte leicht, durchlässig, sauer und humos sein.

Wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, kann der für die Heidegarten vorgesehenen Bereich durch entsprechende Bodenbehandlung auf die Ansprüche der Pflanzen abstimmen.

Heidegarten mit Stauden und Gräsern

Stauden wie Heidenelke [Dianthus deltoides], Lein [Linum] und Katzenpfötchen [Antennaria] sowie viele Gräser, wie Vogelfußsegge [Carex ornithopoda] und Bärenfellgras [Festuca gautieri], lassen sich ebenfalls harmonisch in einen Heidegarten einfügen.

Zittergras [Briza], Blaustrahlhafer [Helictotrichon sempervirens] oder Pfeifengras [Molinia] vermitteln Leichtigkeit und Transparenz.

Auch kleine, fruchttragende Sträucher wie Heidelbeere und Preiselbeere sollten nicht fehlen. Sie bereichern den Garten nicht nur optisch, sondern liefern auch leckere, vitaminreiche Früchte.

Heidegärten wirken besonders natürlich, wenn sie kleine Hügel und Senken aufweisen. Steine oder alte Wurzeln vervollständigen das Bild. [BGL, GTD Foto]